Oak Island

“Eine Schatzsuche, die vor über 200 Jahren begann und immer noch andauert. Viele Menschen verloren dabei ihr Vermögen, manche den Verstand und einige sogar das Leben.”

Wo liegt Oak Island?

Oak Island ist eine kleine Insel vor der Küste Neu-Schottlands (Kanada; Ostküste; im Atlantik). Größe etwa 1,5 Quadratkilometer, geformt wie eine Erdnuß (“peanut-shaped”). Seit 1965 mit dem Festland durch einen Damm verbunden. Die nächstgelegenen größeren Städte sind Lunenburg im Süden und Halifax im Nordosten.

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Die Geschichte der Insel

Eine grobe Auflistung der Ereignisse, die sich rund um die Insel ereignet haben sollen, zusammengestellt aus diversen Informationsquellen. Über den jeweiligen Wahrheitsgehalt kann man nur spekulieren, vor allem, da “wichtige” Beweise zum grössten Teil verschwunden sind…

1605 Beginn der Besiedlung durch Europäer in der Gegend von Oak Island. Als Jäger und Sammler hatten hier bisher die Micmac(Mi´kmac)-Indianer gelebt.
1795 Daniel McGinnis streift auf der unbewohnten Insel umher und entdeckt eine runde Verteifung (ca. 3m im Durchmesser) im Waldboden. Mit 2 Freunden gräbt er und entdeckt eine Lage Schieferplatten. 3m tiefer stoßen sie auf eine Lage Holzstämme, nach etwa 6m auf die nächste. Sie brechen die Aktion ab, da das Loch zu tief wird. Einer der Freunde kauft wenig später das Land um die Grube.
1804 Gründung der Onslow Company. Erster “projektierter” Versuch, das Geheimnis des entdeckten Schachtes zu lüften. Vorstoß auf eine Tiefe von 27m. Finden mehrere Lagen Holzstämme, alle im Abstand von etwa 3m, einen “seltsamen Stein mit einer verschlüsselten Inschrift” (verschollen), eine Lage Holzkohle, Kokosmatten, und eine Schicht “bläulichen Kitt” auf jeweils verschiedenen Tiefen. Schacht füllt sich über Nacht mit Wasser, Auspumpen schlägt fehl, Arbeiten wg. Wintereinbruch eingestellt.
1805 Ein Entwässerungsgraben wird parallel zum ursprünglichen Stollen bis auf 33m Tiefe angelegt. Er läuft ordnungsgemäß voll, entwässert aber den Hauptschacht nicht. Die Onslow Company ist bankrott und stellt die Arbeit ein.
1849 Von den ursprünglich 3 Entdeckern des Schachtes auf Oak Island lebt nur noch einer. Er berät die Truro Company bei der Wiederaufnahme der Grabungen. Freilegung des alten Schachtes bis auf 26m. Erneut Wassereinbruch bis auf 18m Tiefe. Auspumpen schlägt fehl. Bohrversuche zeigen verschiedene Materialien (Kokosfasern, Metallstücke, Eichenholz versch. Dicke) unterhalb des Schachtgrundes der früheren Grabungen. Auch 3 Glieder einer goldenen Kette (verschollen) sollen durch den Bohrer nach oben befördert worden sein. Stop wg. Wintereinbruch.
1850 Aushub eines zweiten Entwässerungsschachtes parallel zum Hauptschacht bis auf 33m Tiefe. Gleicher Fehlschlag wie 1805. Entdeckung, daß Meerwasser aus einer nahegelegenen Bucht (Smith´s Cove) offenbar über ein künstlich unter dem Strand angelegtes Kanalsystem in den Stollen drückt. Frühere Grabungen haben eine luftdichte Abdichtung (den “bläulichen Kitt”?) aus dem Schacht entfernt, somit steht dem Meerwasser kein Luftpolster mehr entgegen (wird auch als die “Wasserfalle” bezeichnet). Aufbau eines Damms in Smith’s Cove, um das Meerwasser vom Kanalsystem fernzuhalten. Zerstörung des Damms durch ein Unwetter. Aushub zweier weiterer Schächte, um die Zuleitung des Meerwassers zu unterbrechen. Versperren des sog. “Flutstollens” bleibt ohne Erfolg.
Weiterer Schacht parallel zum Hauptloch bis auf 36m Tiefe, um den vermuteten “Schatz” von unten zu erreichen. Einsturz des Stollens und Absacken des “Original-Schachtes” (mit allem, was ggfs. darin war).
1854 Auflösung der Truro Company.
1857 Geologische Untersuchung der Grabungsschächte durch Henry Poole.
1859 Auspumpen des Schachtes mit Pferdekraft. Ohne Erfolg.
1861 Auspumpen des Schachtes mit Dampfkraft. Ohne Erfolg.
Erstes Todesopfer.
1863 Gründung der Oak Island Association. Erneuter Versuch, über Parallenstollen von unten an den Originalschacht heranzukommen. Zwei weitere Schächte, um den Meerwasserzufluß zu stoppen. Verstopfen des Meerwassereintritts direkt bei Smith´s Cove. Alles ohne Erfolg.
1864 Erster schriftlicher Bericht über die Entdeckung. Bis dato nur mündliche Informationen. Auflösung der Oak Island Association.
Gründung der Oak Island Eldorado Company (auch: Halifax Company). Bau eines Damms in Smith´s Cove, um das Meerwasser abzusperren. Trockenlegen der Originalschachtes bis auf 33m. Suche nach dem vermeintlich durch frühere Grabungsversuche in einen Parallenstollen abgerutschten “Schatz” beginnt. Erneuter Wassereinbruch. Bohrversuche bis auf 50m Tiefe. Ergebnis: Holz-, Kohlestücke und Kokosfasern. Zerstörung des Damms durch das Meer.
1867 Auflösung der Oak Island Eldorado Company (Halifax Company).
1878 Zufällig Entdeckung eines Lüftungsschachtes, der zum Kanalsystem der “Wasserfalle” gehört. Auch soll eine alte Schiffspfeife und eine Münze von 1713 am Strand gefunden worden sein. Die (damaligen) Inselbewohner sollen Einkäufe mit spanischen Silbermünzen von 1785 bezahlt haben.
1897 Untertunnelungsversuch des Lüftungsschachtes durch Frederick Blair mit seiner Oak Iskland Treasure Company. Ein zweites Todesopfer. Umfangreiche Sprengungen, um den Meerwasserzufluß in de Hauptstollen zu unterbinden. Probebohrungen zeigen Eisen bei 40m. Zement, Holz, Eisenstücke, wieder Zement und undruchdringbares Eisen, bis auf 52m. Eine Bohrung soll einen Pergamentfetzen mit heraufgebracht haben, auf dem “mit chinesischer Tusche und einem Federkiel die Buchstaben `v´ oder ‘vi’ zu lesen sind”. Das Pergament wurde zwar wissenschaftlich untersucht, ist aber mittlerweile verschollen.
1898 Ein Versuch mit roter Farbe im Wasser der Hauptschachtes zeigt, daß noch ein weiterer Meerwasserzufluß auf der anderen Inselseite, gegenüber Smith´s Cove existieren muß. Damit gibt es einen zweiten Flutstollen.
1899 Erneutes Ausheben des Hauptschachtes bis 34m. Wassereinbruch. Die Maschinen der Oak Iskland Treasure Company werden wegen Zahlungsunfähigkeit beschlagnahmt.
1909 Franklin D. Roosevelt kommt als Mitglied einer Gruppe Schatzsucher auf die Insel (leider hatte auch er keinen Erfolg, so wurde er eben 1932 US-Präsident…). Mehrere Bohrversuche bis auf 45m Tiefe zeigen nur (natürlichen) Zement.
1931 Probebohrungen durch Mel Chappell, enden mit finanziellem Ruin.
1936 G. Hedden legt den Schacht mit einer “Superpumpe” bis auf 50m trocken, findet jedoch nichts.
1939 Arbeiter finden einen Stein mit eingeritzten “Freimaurerzeichen”, sowie ein Dreieck aus Steinen am Strand, das “auf die Schatzgrube zeigt”.
Aushub des “Hedden-Schachtes”, des größten Stollens bisher, bis auf 50m. Diverse Probebohrungen. Keine Funde. Abbruch wg. Geldmangel.
1940 E. Hamilton sucht nach dem “Schatz” und kommt zu dem Schluß, daß er sich durch die vielen Grabungen um “30m verschoben hat”. Seine Bohrungen sollen zeigen, daß es Stollen in sechzig Metern Tiefe gibt.
1950 Mel Chappell ist wieder da (vgl.1931) ! Seine Maschine für das Aufspüren von Gold funktioniert nicht. Er fängt an, Schürfrechte zu verpachten.
1955 G. Greene führt Probebohrungen durch. Er findet eine größere natürliche Höhle in etwas 30m Tiefe. Die Lage des Originalschachtes ist mittlerweile nicht mehr genau klar, das ganze Gebiet stark umgegraben. Genau erkennbar ist nur noch der o.g. “Hedden-Schacht”.
1960 Die Restall-Familie beginnt mit Grabungen. Mehrere Stollen zur Unterbrechung der Flutzugänge.
1962 Fred Nolan vermißt die Insel und will einige “versteckte Zeichen und Hinweise auf den Schatz” entdeckt haben.
1965 Vater und Sohn Restall, sowie zwei Arbeiter ertrinken in einem Schacht. Das sind Todesopfer drei bis sechs.
R. Dunfield baut einen Damm von der 200m entfernten Küste zur Insel. das Erdreich in Smith´s Cove wird um 3m abgetragen, eine Pumpe installiert. Ein 45m tiefer riesiger Krater entsteht, um die früheren Schächte zu entdecken. Als er einzustürzen droht, wird er zugeschüttet, Probebohrungen zeigen eine Höhle bei 42m Tiefe, in der es Metall geben soll. Wassereinbrüche können jedoch nicht verhindert werden. Einstellung der Arbeit.
1967 Gründung der Triton-Allianz. Probebohrungen bis auf 60m zeigen Stollen im Grundgestein. Eine Holzprobe datiert auf das 15.Jahrhundet.
1970 Bau eines erneuten Damms in Smith´s Cove. Auch dieser durch das Meer zerstört. Durch ein Bohrloch (“Borhole 10X”) wird eine Kamera bis auf 70m in eine unterirdische Höhle hinabgelassen. Die Bilder sollen – wenn auch unscharf – menschliche Überreste und Werkzeuge zeigen ((naja… ich habe die Bilder auch gesehen – meiner Meinung nach zeigen die gar nichts, … aber…)). Taucher wurden in das Bohrloch hinabgelassen, fanden jedoch bei dem extrem gefährlichen und meist nur kurzen Ausflug im schlammigen Wasser nichts. Wegen zu hohem Risiko wurden diese Untersuchungen eingestellt.
1972 Die kanadischen Behörden lehnen archäologische Unterstützung bei der Schatzsuche ab, da die gesamte Insel fast schon komplett “umgegraben worden sei”.
1976 Untersuchungen mit Sonargeräten. Borhole10X wird zusammengedrückt.
1978 Borhole10X wird vergrößert: Zusammengeschweißte Eisenbahnkesselwagen – senkrecht in die Erde getrieben – bis auf 27m, danach Auskleidung der Schachtes mit Beton bis auf das Grundgestein. Von hier aus sollte bis in die tieferen Höhlen vorgestoßen werden. Ein verkeilter Bohrer versperrt jedoch den weiteren Zugang bis heute..
1983 Beginn eines Gerichtsprozesses zwischen der Triton Allianz und Fred Nolan, der inzwischen ein Stück der Insel besitzt. Es geht um Wegerechte.
1987 Planung zum “Big Dig”, dem größten Schacht der Insel, der alle anderen Schächte mit einschließen soll (ca 30m Durchmesser), laufen an. Kostenschätzung: 10 Millionen Dollar. Vereitelt durch den Börsenkrach 1987.
1995 Vermessung der Insel durch die Woods Hole Oceanographic Institution. Ergebnisse nicht bekannt gegeben (privater Auftraggeber).
1996 Das Bedford Institute of Oceanography vermißt den Meeresgrund um die Insel und entdeckt eine ungewöhnliche “Ausschachtung”, die vom Inselstrand den Meeresboden hinabführt.
2004 Neuschottland gibt 3 Schatzsucher-Lizenzen aus. Eine geht an MacPhie/Wonnacott, eine an Robert Young, und eine an Fred Nolan.
Les MacPhie und John Wonnacott wollen ein grosses Loch (30m Durchmesser) graben, und eine Art Musem am Geldloch errichten (und evtl. gefundene Gegenstände ausstellen). Um ein Fluten des Loches während der Grabung zu vermeiden, wollen sie den Boden “einfrieren” (wurde in Deutschland einmal beim Bau einer ICE-Strecke angewandt, glaube ich ** ). David Tobias will sich zurückziehen und seinen Inselanteil evtl. verkaufen, falls die Unternehmung von MacPhie/Wonnacott (die er unterstützt) nicht das nötige Geld aufbringen kann.

** Hierzu erhielt ich eine Zuschrift von Robert Diart:

…hab von dem Mysterium “Oak-Island” auch schon öfter gehört, es kam auch mal ein sehr interessanter beitrag im ZDF – ich glaube “Terra-X”, oder so. Habe mir schon zu Beginn gleich die Frage gestellt, warum man vor Ort diese “Gefriermethode” nicht schon früher angewandt hat. Sie haben ja selber einen kleinen Hinweis zum Bau einer ICE – Strecke gegeben. Ich kenne weit ältere und noch wesentlich spektaktulärere Fälle:
So hat man Anfang des 20. Jahrhunderts in der Gegend nördlich von Aachen schon mehrere Meter weite Schächte hunderte Meter tief ERFOLGREICH durch Sand und Wassermassen getrieben, bis auf’s Grundgebirge, zwecks Gewinnung von Steinkohle. Anfang der “80er” hat man am Rande des “Rurgrabens”, bei Erkelenz, sogar 550 Meter (ja, über einen halben Kilometer!!) lose, wasserreiche Sedimente durchteuft. Diese gegend ist auch noch sehr stark erdbebengefährdet (siehe 13.april 1992!), und ständig in Bewegung. Man ist in allen Fällen folgendermassen vorgegangen:
Man hat um die Stelle des zukünftigen Schachtes einen Kranz von zahlreichen Bohrlöchern angelegt, so das diese jeweils 1-2 meter auseinander lagen. diese hat man bis einige Meter ins Grundgebirge hineingetrieben. dann hat man sie mit koaxialen Rohren ausgebaut und eine Salzlösung (glaube, Magnesiunchlorid, weiss aber nicht mehr genau) durch diese Bohrlöcher gepumpt. Die Salzlösung wurde mittels riesiger Kühlaggregate auf ca. minus 20 °C gehalten. Die ganze Anlage hat man dann erstmal 3 Monate nonstop laufen lassen. Während dieser Zeit hatte sich dann ein massiver Eisblock im sandigen Deckgebirge gebildet. Nun begann man dann mit dem eigentlichen Schacht. Die Kühlaggregate liefen bis zur Vollendung des Schachtausbaues weiter. Erst wenn der Anschluss am Grundgebirge fertiggestellt war, hatte man sie abgestellt. Das hat insgesamt Jahre gedauert. Aber der erste halbe Kilometer im Sand verlief ohne Probleme. Auch später gab’s “lediglich” mal einige Verzögerungen. Der schacht ist erfolgreich bis über 900 meter tief abgetäuft worden. Es handelte sich um einen Schacht einer inzwischen stillgelegten Zeche.
In Übach Palenberg endete das selbe mal in einer Katastrophe, weil die Kühlbohrungen seitlich verlaufen waren und der Eisblock dadurch bedingt sich nicht schliessen konnte. 13 männer starben im Sand. Soweit ich weiss, der einzige Fall , zumindest im Aachener Revier…

Das ‘Geldloch’

Die Gegend rund um die Stelle, an der anno 1795 alles begann, ist mittlerweile mehrfach umgegraben, eingestürzt, abgetragen, wieder ausgehoben und manchmal auch zugeschüttet worden. Die genaue Lage des “Original-Schachtes” kennt eigentlich niemand mehr so recht. Aus den Berichten und Quellen ergibt sich für den “ursprünglichen” Aufbau des Schachtes in etwa das folgende Bild (stark vereinfacht und noch nicht ganz vollständig. Genauere “Pläne” findet Ihr in der Literatur.

oakisland_moneypit

Fotos

Am 24.2.2002 erhielt ich von Andreas Maak folgende Email:

Hallo Miko!
Im Oktober 2001 hatte ich das Glück, im Rahmen einer Studienreise unserer Volkshochschule dank des sehr engagierten Leiters einen Abstecher nach Oak-Island machen zu dürfen. Führen sollte uns dort eigentlich William S. Crooker, ein Autor, der seine Brötchen mit Schatzsucher-Büchern verdient. Dem Haupt-Insel-Besitzer Dan Blanckenship hatte dieser aber nur vom einem einzigen Interessenten berichtet. Unsere Gruppe war knapp 20 Personen groß und wir standen kurz vor dem Eiland-Verweis… Glücklicherweise kam es dazu dann doch nicht und Mr. B. schien froh zu sein, uns Touristen aus Good Old Germany seine Geschichte(n) erzählen zu können.
Nach der Reise wollte ich auf meiner HP ( www.alpha64.de) eigentlich ein kleines Kapitel für die Eicheninsel reservieren, fand dann aber deine Seite. Besser könnt´ ich´s auch nicht machen, so werde ich demnächst einen netten Link einfügen und schicke dir dafür ein paar selbstgemachte Fotos und eine Ansichtskarte der Insel.
Viele Grüße aus dem Harz(Vorland), Andreas Maak

Die Zuschrift hat mich sehr gefreut. Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei Andreas bedanken. Hier nun die Bilder (allerdings ohne die angesprochene Postkarte, da mir hier die Copyright-Verhältnisse nicht klar sind):

oakisland-swamp

oakisland-moneypit

oakisland-danblanckenship

oakisland-boreholex

Links

https://de.wikipedia.org/wiki/Oak_Island_(Nova_Scotia)

http://www.unmuseum.mus.pa.us/oakisl.htm

http://www.csicop.org/si/show/secrets_of_oak_island